Bayerngas nutzt gutes Jahresergebnis für Einstieg in Norwegen

Bayerisches Unternehmen auf internationalem Parkett

München/21. Juni 2006. Die kommunale Gasbeschaffungsgesellschaft Bayerngas GmbH hat das Geschäftsjahr 2005 mit einem Rekordabsatz von 67,7 Mrd. kWh (Vorjahr: 64,8 Mrd. kWh) und einem Plus im Ergebnis abgeschlossen. Durch die neue Höchstmarke beim Absatz sowie die neue Beschaffungsstruktur machte das Unternehmen einen Umsatz von 1.623,6 Mio. € (Vorjahr: 1.307,0 €) und erzielte einen Jahresüberschuss von 22,9 Mio. € (Vor jahr: 18,3 Mio. €). 

Dieses gute Ergebnis trägt dazu bei, dass die Bayerngas die hohen Investitionen in alternative Erdgas-Bezugsquellen stemmen kann. Im März 2005 hatte die Bayerngas eine Repräsentanz in Norwegen mit dem Ziel eines Erdgasfeld-Erwerbs eröffnet. Wegen der hohen Finanzierungsleistungen, die mit diesem Upstream-Engagement in Norwegen notwendig werden, hat das Unternehmen entgegen der bisherigen Planung die Dividenden-Ausschüttung von 24% auf 18% reduziert. Die frei werdenden Finanzmittel werden den Rücklagen zur Stärkung des Eigenkapitals zugeführt. Zum Jahresende wird eine weitere Kapitalerhöhung erfolgen, die in die Bayerngas Norge AS transferiert wird. „Das Engagement in Norwegen ist aus unserer Perspektive notwendig, um unseren Gesellschaftern über die Beschaffungsplattform Bayerngas den Zugang zu einer anderen Ebene der Wertschöpfung zu ermöglichen. Damit können wir einen entscheidenden Beitrag zur Versorgungssicherheit unserer Kunden sowie zur Dämpfung des Preisanstiegs für Endverbraucher leisten", sagt Dr. Ulrich Mössner, Geschäftsführer der Bayerngas. Mössner weiter: „Gleichzeitig zeigt unser Engagement, dass auch ein bisher nicht international aufgestelltes Unternehmen einen Beitrag zur regionalen Bezugssicherheit leisten kann und es
zeigt, welche Vorteile eine kommunale Beschaffungspartnerschaft hat.
Die Investitionen als auch Risiken wären für einzelne kommunale Unternehmen alleine nicht tragbar".
Das norwegische Tochterunternehmen steht den Bayerngas-Gesellschaftern für eine zusätzliche direkte Beteiligung offen. Im Folgenden sind auch Stadtwerke beziehungsweise Regionalversorger außerhalb des Bayerngas-Gesellschafterkreises als Partner denkbar.

Ausblick

Bayerngas hat 2005 ihren Gaseinkauf weiter diversifiziert, bestehende Verträge mit Vorlieferanten neu abgeschlossen und ein professionelles
Portfoliomanagement aufgebaut. Damit hat das Unternehmen den Wandel vom kommunalen Ferngasunternehmen zur kommunalen Beschaffungsplattform für Erdgas vollzogen.
Aufgrund dieser eingeleiteten Neuausrichtung in der Beschaffung und der positiven Absatzentwicklung geht man bei Bayerngas im laufenden Jahr von einer zufrieden stellenden Ertrags- und Finanzlage aus. Der Absatz im ersten Halbjahr 2006 liegt auf Vorjahresniveau. 

Wettbewerb

Durch die Vereinfachung des Netzzugangs, der vom Kartellamt angestrebten Verkürzung der Vertragslaufzeiten für Lieferverträge und die verstärkte Positionierung insbesondere internationaler Anbieter wird sich der Wettbewerb intensivieren. Bayerngas wird dabei nicht nur einem zunehmenden direkten, sondern auch ansteigenden mittelbaren Wettbewerb ausgesetzt sein, der das Unternehmen über ihre kommunalen und regionalen Kunden erreicht. Hier sieht sich Bayerngas durch ihr Upstream-Engagement in Norwegen, das durch die Prüfung von LNG-Aktivitäten ergänzt wird, bestens gerüstet.

Regulierung mit der groben Axt?

Im regulierten Netz-Bereich zeichnet sich ein erheblicher Kostendruck ab. Anstelle der von Herrn Kurth versprochenen „Netzentgeltregulierung mit Augenmaß" erfolgt durch seine Behörde eine mit der groben Axt. Sowerden beispielsweise bestehende Leitungen, erforderliche Speicherkosten für den gesetzlich vorgegebenen Bilanzausgleich und Aufwendungen für Flexibilitäten (Gasströme zur Vermeidung von Teilnetzbildungen) ohne Angabe von Gründen kostenmäßig nicht anerkannt. Auch das angewandte Benchmarking-Verfahren ist in seiner Validität mehr als zweifelhaft.
Sollte es hierbei bleiben, ließe sich das gesetzlich vorgegebene Netzzugangsmodell nicht umsetzen. Und es würde bereits – ehe die Anreizregulierung einsetzt – zu Existenzbedrohungen von Unternehmen kommen.
Neben der Diskussion der Netzentgelte stehen gegenwärtig die Vorbereitungen zur Einführung des neuen Netzzugangsmodells am 1. Oktober
im Vordergrund. Da Bayerngas zukünftig eines der neunzehn Marktgebiete in Deutschland betreuen wird, wird mit Hochdruck an der Umsetzung der rechtlichen und technischen Vorgaben gearbeitet. Insgesamt ist die Bayerngas damit als kommunale Beschaffungsplattform sowohl im Handels- als auch im Netzbereich hervorragend aufgestellt - zumindest, wenn in Sachen Entgeltregulierung wieder Vernunft einkehrt.

Ansprechpartner

Dirk Barz
Bayerngas GmbH
Poccistraße 9
80336 München
Tel.: 089 7200 339