München/27. Juni 2011
Die kommunale Gasbeschaffungsplattform Bayerngas gab am heutigen Montag auf ihrer Bilanzpressekonferenz in München Auskunft über das abgelaufene Geschäftsjahr 2010. „Wir sind im Plan, sowohl mit den Investitionen in den Aufbau des Gasfördergeschäfts als auch mit der Entwicklung neuer Märkte sowie der Umsetzung der neuen Gasbeschaffungsstrategie“, sagte Marc Hall, Geschäftsführer der Bayerngas. 2010 hat Bayerngas Norge AS, Oslo, ihr erstes Gas produziert, Bayerngas hat mit Wien und Berlin zwei neue überregionale Vertriebsstandorte eröffnet und in der Gasbeschaffung wurden längerfristige, ölpreisindizierte Verträge in kurzfristigere Bezüge diversifiziert.
„Unsere Bereitschaft zu weiteren Investitionen ist ungebrochen. Die politische Energiewende in Deutschland zeigt, dass wir das Richtige vorweggenommen haben. Erneuerbare Energien brauchen einen starken Partner, den sie mit Erdgas haben“, so Hall. Im laufenden und kommenden Jahr wird Bayerngas weiter in den Erdgas-Handel und in das Gasfördergeschäft investieren. Die Gesellschafter der Bayerngas tragen das Wachstum mit und haben sich Ende Mai auf eine Kapitalerhöhung von 60 Mio. Euro geeinigt. Zudem hat der Bayerngas- Gesellschafter TIGAS – Erdgas Tirol GmbH vier Prozent der Bayerngas- Anteile von den Stadtwerken Augsburg Energie GmbH gekauft. Die Stadtwerke Augsburg hatten angekündigt ihre Anteile an der Bayerngas reduzieren zu wollen.
Im Geschäftsjahr 2010 ist der Konzern-Umsatz wegen nicht mehr zu berücksichtigender Umsatzerlöse aus dem Teilkonzern Bayerngas Norge AS, Oslo, und der Preisentwicklungen unter Einfluss der Handelsmärkte auf 1,74 Mrd. Euro gesunken (Vorjahr 2,01 Mrd. Euro). Bayerngas Norge wird aufgrund einer Anteilsreduzierung im Geschäftsjahr 2010 auf 31,5 Prozent nicht mehr im Wege der Vollkonsolidierung berücksichtigt (zuvor 53,7 Prozent). Korrespondierend dazu minderte sich der Materialaufwand auf 1,67 Mrd. Euro (Vorjahr 1,84 Mrd. Euro). Der Konzernjahresüberschuss beträgt 55,9 Mio. Euro (Vorjahr 24,5 Mio. Euro).
Der Gasabsatz der Bayerngas GmbH blieb mit 68,8 Milliarden Kilowattstunden nahezu stabil (Vorjahr 70,2 Mrd. kWh). Sowohl Umsatzerlöse des Mutterunternehmens als auch die Aufwendungen für die Gasbeschaffung sind 2010 gegenüber dem Vorjahr gesunken, von 1,89 Mrd. Euro auf 1,68 Mrd. Euro bzw. 1,73 auf 1,56 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss der Bayerngas GmbH von 58,9 Mio. Euro (2009: 77,8 Mio. Euro) lässt neben einer Ausschüttung von erneut 18 % auf das gezeichnete Kapital (2009: 18 Prozent zuzüglich 5 Prozent Bonus) eine Zuführung zu den Gewinnrücklagen von 44,7 Mio. Euro zu.
Die Bayerische Staatsregierung hat mit der Verabschiedung ihres Energiekonzeptes am 24. Mai 2011 die Perspektiven von Gas in Bayern stark aufgewertet. Bis 2021 will der Freistaat einen Ausstieg aus der Kernenergie realisiert haben. 50 Prozent des Stromverbrauchs sollen bis dahin von erneuerbaren Energien gedeckt sein (2009: rund 23 Prozent). Erdgas wird als Systempartner diesen Ausbau ermöglichen und als Energiepartner seinen Anteil am Stromverbrauch ebenfalls auf 50 Prozent steigern (2009: 10,3 Prozent). Positiv bewertet Bayerngas den Schwerpunkt auf die Kraftwärmekopplung, die sowohl zentral als auch dezentral mit Gas erfolgen kann. Das Ziel ist ambitioniert, aus Sicht der Bayerngas aber zu schaffen. Bis 2021 lässt sich die Pipeline- und Speicherstruktur für Süddeutschland ausbauen. Bayerngas plant die Investition in eine neue Hochdruckleitung namens „Monáco“ von der österreichischen Grenze (Burghausen) nach Finsing bei München. Der Weiter- und Ausbau der Leitung als süddeutsche Trasse Richtung Westen wird nunmehr forciert. Das Raumordnungsverfahren für die erste Phase ist abgeschlossen, das Planfeststellungsverfahren ist in Vorbereitung.
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Dirk Barz
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